Aus den Medien: Der Druck am Arbeitsplatz steigt

Stress am Arbeitsplatz nimmt stetig zu

In einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov, im Auftrag des Karrierenetzwerks LinkedIn, gaben 4 von 5 Befragten (82 Prozent) an, die Folgen von Stress am Arbeitsplatz deutlich zu spüren. Die häufigsten Auswirkungen sind Anspannung (57 Prozent), Unruhe (44 Prozent) und Schlafstörungen (40 Prozent).

Zwei Erkenntnisse sind dabei besonders interessant:

  1. Obwohl sich dieser Stress deutlich auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirken kann, mangelt es offenbar an Präventionsmaßnahmen. 40 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Arbeitgeber keinerlei Präventionsmaßnahmen bieten.

  2. Frauen sind häufiger von negativen Auswirkungen der Arbeit betroffen als Männer. So fühlen sich 37 Prozent der weiblichen Kollegen häufig oder immer gestresst, bei den Männern sind es nur 30 Prozent.

Am gestresstesten sind übrigens - auch das überrascht im Grunde nicht - arbeitende Mütter.

In dieses Klagelied stimmen viele mit ein: Die Techniker Krankenkasse veröffentlichte 2016 die “TK Stressstudie”, laut derer zwei Drittel der Berufstätigen ihr Arbeitspensum als zu hoch empfinden. Die BKK veröffentlichte 2017 den Gesundheitsreport und erkannte selbiges - übrigens mit einem Beitrag unseres Referenten Prof. Dr. Jan Dettmers vom Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie der FernUniversität Hagen.

"Befragung für Befragung, überall heißt es: Die Belastung, der Druck, die Menge, die Geschwindigkeit - sie nimmt zu. Wir sind im Beruf immer gehetzter, immer geforderter.”

(aus: www.zeit.de/arbeit)

Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung

Das Paradoxe: Von starkem Termin- und Zeitdruck berichten in der Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) immer weniger Menschen. Die Arbeitsintensität scheint also zu fallen. Und es scheint weniger um Schnelligkeit zu gehen. Ein möglicher Grund: Tätigkeiten, die ein reines schnelles Abarbeiten (z.B. in der Produktion) bedeuten, werden inzwischen meist durch Maschinen ersetzt. Was bleibt, sind allerdings Jobs, in denen Mulititasking groß geschrieben wird. Und das macht - so bestätigt es die BAUA-Studie, immer mehr Stress.

E-Mails, Telefon, Teambesprechungen, Umgang mit technischen Geräten, der Cloud und digitalen Terminplanern - von den Berufstätigen wird heute eine Affinität zu Technik erwartet, die schlicht nicht jede(r) hat.

Eine Studie der Hans Böckler Stiftung mit dem Titel “Digitaler Stress in Deutschland” bestätigt genau das.

Die zunehmende, schnell voranschreitende Digitalisierung bringt mit der Durchdringung des Arbeitslebens mit digitalen Technologien viele Chancen, aber auch substantielle Risiken und Nachteile mit sich. Es treten rapide Änderungen des Belastungs-und Beanspruchungsprofils von Arbeitnehmern auf, mit denen diese oft nicht umzugehen wissen. Die Folge: digitaler Stress.


(aus: Gimpel, Lanzl, Manner-Romberg, Nüske: Digitaler Stress in Deutschland, S. 4, © 2018 by Hans-Böckler-Stiftung)

“Stress 4.0 - Die andere Seite der Digitalsierung”

Der 42. Deutsche Steuerberatertag nimmt sich dieses wichtigen Themas an. So wichtig ist es für Steuerberater und Steuerberaterinnen, sich mit den Chancen der Digitalsierung zu befassen und mit der Zeit zu gehen. Aber es gilt eben auch, die Risiken wahrzunehmen und ihnen bestmöglich entgegenzuwirken. Dies ist besonders wichtig hinsichtlich des eigenen Teams. Erleichtern moderne Rahmenbedingungen wie flexible Arbeitszeiten und Home Office das Arbeitsleben, oder bringen auch solche Modelle Nachteile mit sich? Wie geht das Team um mit technischen Neuerungen, neuer (vielleicht zunächst nicht funktionierender oder begreifbarer) Technik, wie definiert man Abstimmungs- und Arbeitsprozesse neu?

In unserem Workshop “Stress 4.0 - Die andere Seite der Digitalsierung” gehen wir diesen Fragen nach. Herzlich eingeladen sind vor allem auch Kanzleimitarbeiter und -mitarbeiterinnen, um aus ihrem Berufsalltag zu berichten und Erfahrungen auszutauschen. Stefan Dopheide, Resilienzcoach und Trainer für multimodale Stressbewältigung bei der DAK-Gesundheit, und Prof. Dr. Jan Dettmers, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der FernUniversität Hagen, diskutieren mit Ihnen und erarbeiten gemeinsam Strategien für den Umgang mit Stress durch Digitalsierung.

Der Programmpunkt findet statt am Montag, 21. Oktober 2019, von 14:00 bis 17:00 Uhr im Salon Wien.



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